„Wenn der Zug nicht fährt, fährt niemand mit dem Zug"

„Wenn der Zug nicht fährt, fährt niemand mit dem Zug"

Ottensheim. Im vollen Ottensheimer Gemeinderatssaal gab es viel Zuspruch zum Konzept von DI Leopold Walli zur Attraktivierung der Mühlkreisbahn.

Die Initiative Verkehrswende jetzt! organisierte am 14. Oktober mit DI Leopold Walli einen Vortrag zum Thema „Attraktivierung der Mühlkreisbahn – Die Böhmerwaldbahn – ein überregionales Verkehrskonzept“. Das Interesse war groß, der Ottensheimer Gemeinderatssaal prall gefüllt (sh. Foto). DI Walli stellte dabei seine technisch detailreich ausgearbeiteten Vorstellungen zur Attraktivierung der Mühlkreisbahn vor, die er im Rahmen seiner Masterarbeit über mehr als ein Jahr erarbeitet hatte. Die wesentlichen Aspekte:

  • Durchbindung der Mühlkreisbahn über die neue Eisenbahnbrücke und die bereits existierende Trasse der Hafenbahn durch das Linzer Industriegebiet und schließlich Einbindung in den Linzer Hauptbahnhof (Ergänzung zur geplanten Stadtbahn über das UKH): Damit könnten viele Arbeitsplätze im Linzer Industriegebiet direkt mit der Mühlkreisbahn ohne Umsteigen erreicht werden. Auch der Güterverkehr auf der Mühlkreisbahn könnte damit wiederbelebt werden.
  • Zusätzliche Ausweichen, Taktverdichtung, Beschleunigung, Elektrifizierung der Mühlkreisbahn: Mit einem deutlich verdichteten Takt auch an Randzeiten, verkürzten Fahrzeiten sowie der Attraktivierung des Busnetzes in Abstimmung auf die Bahn (Schaffung von Nahverkehrsknoten mit Zubringerbuslinien, Bike&Ride, Park&Ride) wird die Voraussetzung geschaffen, den motorisierten Individualverkehr endlich zu reduzieren.
  • Verlängerung der Mühlkreisbahn Richtung Bayern und Tschechien („Böhmerwaldbahn“): Damit könnten nicht nur Orte im Oberen Mühlviertel oberhalb von Aigen-Schlägl mit der Bahn erreicht werden (Klaffer, Schwarzenberg), es eröffnet sich auch ein attraktives Angebot für ein durchgehendes Bahnnetz Richtung Bayern und Tschechien, das dem Tourismus neue Impulse gibt.

Leopold Walli erläuterte das Credo seiner Arbeit sehr prägnant: „Wenn der Zug nicht fährt, fährt niemand mit dem Zug.“ Das heißt, die Menschen werden nur dann nachhaltig auf das öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, wenn es zur richtigen Zeit am richtigen Ort attraktiv erreichbar ist und zuverlässig fährt.

Die sehr detailreichen technischen Ausführungen von DI Walli, die mit 3-D-Animationen verdeutlicht wurden, fanden sehr großen Anklang bei den Anwesenden, unter ihnen auch viele PolitikerInnen von der Gemeindeebene bis zum Nationalrat. Der gemeinsame Tenor: Dieses großartige Konzept darf nicht in der Schublade landen! Der anwesende Nationalratsabgeordneter Alois Stöger (Verkehrsminister 2014/15) versprach, sich dafür einzusetzen, dass das Konzept in das Zielnetz 2040 für den Bahnausbau aufgenommen wird.

Für die Initiative Verkehrswende jetzt! stellt dieses Konzept eine wichtige Alternative zum Bau der ab 2024 geplanten A26-Bahnhofsautobahn in Linz dar. Statt mit der Autobahn zusätzlich zehntausende Autofahrten täglich in die Stadt hereinzuschleusen, könnte mit einer attraktivierten Mühlkreisbahn der motorisierte Einpendlerverkehr endlich deutlich reduziert werden. Eine win-win-win-Situation: klima- und umweltfreundlicher, gesünder und stressfreier, ja sogar kostengünstiger als der Bau dieser sündteuren Autobahn.

Quelle: JW (Verkehrswende Jetzt!)

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