Umspannwerk Hütte Süd - Startschuss zum Schlüsselprojekt für CO2-freie Wirtschaftszukunft erfolgt

Umspannwerk Hütte Süd - Startschuss zum Schlüsselprojekt für CO2-freie Wirtschaftszukunft erfolgt

v.l.: Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Gerhard Christiner (Technischer Vorstand APG) und Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner

Am Dienstag, 21. 3. 2023, fand der Spatenstich zum Ausbau des Umspannwerks Hütte Süd der Austrian Power Grid AG (APG) statt, welches auch Teil des gemeinsamen Projektclusters Zentralraum Oberösterreich ist. Als neuer 220/110-kV-Knoten ist das zukünftig ausgebaute Umspannwerk zentral für die Dekarbonisierung des Industrie- und Wirtschaftsstandorts Oberösterreich und ermöglicht so das Gelingen der versorgungssicheren Energiewende in der Region und in ganz Österreich. Neben den Hausherren Gerhard Christiner, technischer Vorstand APG und Thomas Karall, kaufmännischer Vorstand APG, nahmen Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner, Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Helmut Gruber, Mitglied des Vorstands der Steel Division der voestalpine AG, die beiden Geschäftsführer der Netz Oberösterreich GmbH (Netz OÖ) Manfred Hofer und Michael Haselauer sowie die Geschäftsführer der LINZ NETZ GmbH (Linz Netz) Johannes Zimmerberger und Jörg Mittendorfer, am Spatenstich teil.

Rund 80 Millionen Euro wird in den Ausbau des Umspannwerks Hütte Süd und damit in das Gelingen der Energiewende investiert. Dies ist ein Teil des 3,5 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramms der APG bis 2032, sowie ein wichtiger Baustein des Projektclusters Zentralraum Oberösterreich aller beteiligten Projektpartner.

Damit die sichere Stromversorgung und der Betrieb während der Bauarbeiten weiterhin gewährleistet sind, werden aufwendige Hochspannungsprovisorien errichtet. Weitere Maßnahmen umfassen unter anderem die Errichtung eines neuen Betriebsgebäudes, eine neue 220-kV-Schaltanlage sowie die Anlieferung von insgesamt drei 220/110-kV-Transformatoren (inklusive Löschanlage) mittels Schwerlasttransport. Die Bauphase startet 2023, die Inbetriebnahme des Umspannwerks ist für Ende 2026 geplant.

Teil der „sicheren Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich“
Das Umspannwerk Hütte Süd ist auch ein wesentlicher netztechnischer Teil des Partnerprojekts „Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich“ der APG, Netz OÖund Linz Netz, mit dem der Zentralraum insbesondere die Kapazitätserfordernisse betreffend zukunftsfit gemacht wird. Der Ausbau des Umspannwerks ist jedoch kein juristischer Teil des gerade laufenden UVP-Verfahrens, welches vor rund zwei Wochen den positiven UVP-Bescheid der Behörde erhielt.

„Der Ausbau der Stromnetze ist für die weitere versorgungssichere Dekarbonisierung des gesamten Energiesystems unabdingbar. Als neuer 220/110-kV-Netzknoten dient das Umspannwerk künftig neben der sicheren Stromversorgung der Region auch als direkter Anspeisepunkt für die in Linz ansässige Stahlindustrie und leistet dadurch einen ganz zentralen Beitrag, dieses große volkswirtschaftliche, aber auch standortpolitische Ziel zu erreichen. Der Netzausbau im „Zentralraum Oberösterreich“ wird ein sichtbares Zeichen der Energiewende werden, wovon der boomende Wirtschafts- und Lebensraum Oberösterreich Jahrzehnte profitieren wird,“ sagte Gerhard Christiner, technischer Vorstand APG.

„Mit einer umfassenden Investitionsoffensive in das Stromnetz in Oberösterreich wird dafür gesorgt, dass die Stromversorgung auch die Anforderungen durch die Dekarbonisierung von Wirtschaft, Industrie, Haushalten und Mobilität erfüllen kann. Zugleich wird sichergestellt, dass die wachsenden Strommengen aus der dezentralen Erzeugung durch erneuerbare Energieträger entsprechend eingespeist werden können. Aktuell sind auf allen Spannungsebenen in Oberösterreich ca. 1.350 Projekte in Planung bzw. Umsetzung. Allein in die Projekte beim Höchstspannungsnetz, die im ‚OÖ. Stromnetz-Masterplan 2032‘ gebündelt sind, werden bis 2032 ca. 1,7 Mrd. Euro investiert. Der Spatenstich für das Umspannwerk Hütte Süd ist eine Säule der Neugestaltung der Stromanbindung des gesamten oö.Zentralraums. Durch dieses Projekt wird die Transformation unserer Lebensader Stromnetz zukunftstauglich gestaltet“, unterstrich Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner.

„Das neue Umspannwerk Hütte Süd ist ein wesentlicher Baustein des neuen Versorgungsrings im Zentralraum, der neben einer langfristigen Stilllegung der fossilen Kraftwerke Oberösterreichs auch die Umstellung der Stahlproduktion der voestalpine von fossil betriebenen Hochöfen auf Lichtbogenschmelzöfen ermöglicht. Zusätzlich bringt die Leitung Versorgungssicherheit auf viele Jahrzehnte und ist ein weiterer Meilenstein, wenn es etwa um Potenziale zum Einspeisen erneuerbarer Energie wie Photovoltaik oder um Blackout- und Versorgungssicherheit geht. Mit dem Zukunfts-Upgrade der Stromleitung bekommen wir ein frisches Herz im Zentrum unseres Landes, das auf Generationen hinweg pulsieren wird“, freute sich Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder über den Baustart.

Helmut Gruber, Mitglied des Vorstands der Steel Division der voestalpine AG: „Als voestalpine planen wir ab 2027 in Linz einen Hochofen durch einen Elektrolichtbogenofen zu ersetzen. Dafür braucht es erneuerbare Energien mit entsprechendem Infrastrukturausbau. Der Bau der 220 kV-Leitung ist ein wesentlicher Baustein, damit wir unsere Vorhaben am Standort Linz erfolgreich umsetzen können.“ 

Voraussetzung für sichere Stromversorgung der Region
Das neue Umspannwerk Hütte Süd an sich, aber vor allem auch das Gesamtprojekt „Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich“, ist Voraussetzung für die weitere Verteilnetzbildung und damit für die sichere Stromversorgung in der Region.

Manfred Hofer, Geschäftsführer der Netz Oberösterreich GmbH: 

„Das Gesamtprojekt ist für Oberösterreich von besonderer Bedeutung, weil wir als Netzbetreiber auf allen Spannungsebenen von den neu geschaffenen Kapazitäten profitieren. Deshalb ist es im Sinne einer ressourcenschonenden Projektplanung gerade im Zentralraum selbstverständlich, dass Leitungsabschnitte aller Netzbetreiber im Teamwork auf eine Trasse zusammengeführt werden. Seitens der Netz Oberösterreich unterstützen wir dieses Ziel des Gemeinschaftsprojektes mit der Beistellung von insgesamt 18 Kilometern Leitungstrasse.“

Johannes Zimmerberger, Geschäftsführer LINZ NETZ GmbH: 

„Der Weg in eine nachhaltige und erneuerbare Energiezukunft führt unweigerlich über eine Netzinfrastruktur, die auch den Anforderungen kommender Generationen gerecht wird. In einer zunehmend elektrifizierten Gesellschaft ist das Stromnetz der Nährboden auf dem große Energiewende-Projekte überhaupt erst erwachsen können. Besonders in der Industriestadt Linz ist die sichere Stromversorgung und eine zukunftsfitte Netzinfrastruktur von zentraler Bedeutung für die positive Entwicklung des Wirtschafts- und Lebensraums. Wir freuen uns, als LINZ NETZ GmbHein Teil dieses beispielgebenden Großprojektes zu sein und damit der Region in und um Linz den Weg in eine klimaneutrale Zukunft zu ebnen.“

Quelle: Land OÖ  //  Fotocredit: ©Land OÖ/Margot Haag

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