Tausende bei Klimastreiks in ganz Österreich: Embargo für russisches Öl und Gas unausweichlich für Frieden

Tausende bei Klimastreiks in ganz Österreich: Embargo für russisches Öl und Gas unausweichlich für Frieden

Wien. Erneut haben sich tausende Menschen auf Österreichs Straßen versammelt, um für Klimagerechtigkeit aufzustehen. Weltweit wurde an über 800 Orten gestreikt und auch in Österreich gab es zehn Demonstrationen. Im Kontext des schrecklichen Ukrainekriegs wurde diesmal besonders die Verbindung von Frieden und Klimaschutz betont und Kanzler Nehammer für seine Absage eines Embargos scharf kritisiert.

In zehn Städten in ganz Österreich hat Fridays For Future Austria Klimastreiks organisiert. Tausende Menschen waren auf der Straße, 10000 bei der Veranstaltung in Wien, 2500 in Linz, 1500 in Graz, 1200 in Salzburg und 800 in Bregenz. Von großen Kundgebungen über Demozügen bis hin zu Konzerten war alles dabei. “Wir haben heute ein starkes Zeichen dafür gesetzt, dass man die größten Krisen dieser Welt nicht ignorieren, sondern gemeinsam denken muss. Und wir sind nicht allein. So viele Menschen in ganz Österreich begreifen angesichts des Ukrainekriegs gerade, wie dringend wir aus Öl und Gas aussteigen müssen”, meint Anika Dafert, Klimaaktivistin aus Salzburg. 

Kritik an türkis-grüner Regierung

Die Klimastreiks in Österreich adressierten heute vor allem die Verbindung zwischen Kriegen und der Klimakrise. Bundeskanzler Nehammer sprach sich beim gestrigen Ukraine-Gipfel in Brüssel gegen Embargos von russischem Öl und Gas aus. Damit wird aber nicht nur die Klimakrise weiter befeuert, sondern auch der Krieg Russlands weiter finanziert. “Embargos sind herausfordernd, aber im Notfall unsere Verantwortung. Wir können nicht weiter ignorieren, dass der Angriffskrieg in der Ukraine durch die Öl- und Gasimporte der EU mitfinanziert wird. Unsere Abhängigkeit von Putins fossilen Energieträgern muss heute enden. Das sind wir den Menschen in der Ukraine schuldig”, sagt Marlene Seidel, Klimaaktivistin in Wien. Embargos werden auch eindringlich von Fridays For Future in der Ukraine und in Russland gefordert, um dem Krieg in der Ukraine endlich ein Ende zu bereiten. 

Forderungen: Embargo, sozial gerechte Maßnahmen und Klimaschutzgesetz

Neben einem entschlossenen Embargo muss die türkis-grüne Regierung konkret die Energie-, Wärme- und Verkehrswende mit einem starken Klimaschutzgesetz voranbringen, statt die Bevölkerung mit weiteren grün-gesprenkelten, symbolischen Maßnahmen abzuspeisen. Das Entlastungspaket zeigt, dass die türkis-grüne Klimapolitik noch immer rückwärtsgewandt ist: Für die sozial ungerechte und klimaschädliche Pendlerpauschale werden 400 Millionen EUR aufgewendet, während Öffis mit nur zusätzlich 150 Mio EUR gefördert werden. “Wir dürfen jetzt keine weiteren fossilen Subventionen schaffen, sondern brauchen Rahmenbedingungen, die uns langfristig und sozial gerecht aus den vielen Krisen unserer Zeit bringen. Klima-, Sozial- und Friedenspolitik müssen jetzt Hand in Hand gehen!”, fasst Dafert zusammen.

Globale Perspektive

Zudem wurde in über 800 Orten weltweit unter dem Motto #PeopleNotProfit auf globale Missstände hingewiesen. “Das reichste Prozent der Menschheit verursacht doppelt so viele Emissionen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Trotzdem leiden diese am stärksten unter den Folgen der Klimakrise”, erklärt Seidel und ergänzt: “Im Sinne der Klimagerechtigkeit müssen wirtschaftlich reichere Länder, darunter auch Österreich, ihre Emissionen endlich auf Null bringen und die versprochene Klimafinanzierung an den globalen Süden zahlen. Wir müssen das Leben der Menschen vor Profite setzen.”

Quelle: JW / FFF

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