Regionale Sojaverarbeitung in Oberösterreich

Regionale Sojaverarbeitung in Oberösterreich

In der Hausrucköl Mühle in Aistersheim entsteht neben hochwertigem Rapsöl jetzt auch bestes regionales Soja-Eiweißfutter. Am Bild von links: Obmann Helmut Silber, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Geschäftsführer Josef Voraberger

Sojabohnen sind ein essentieller Bestandteil der Tierernährung. Um das Sojaprotein für die Nutztiere verwertbar zu machen, müssen die Bohnen vor der Verfütterung getoastet werden. Aktuell werden Sojafuttermittel zum Großteil importiert, wobei allein im Jahr 2020 österreichweit 146.000 Tonnen eingeführt wurden. Grund genug, um in Oberösterreich den Anbau und die Verarbeitung weiter zu stärken, wie es auch Bundesministerin Elisabeth Köstinger in ihrer Eiweißstrategie vor wenigen Wochen als Ziel ausgegeben hat. „Durch den steigenden Anbau und die Verarbeitung von Soja in Oberösterreich können wir bestes Futter für unsere Nutztiere erzeugen. Es ist ein Erfolgsmodell für unsere regionale und nachhaltige Landwirtschaft, die auch in Krisenzeiten die Lebensmittelversorgung sichert“, so Agrarlandesrat Max Hiegelsberger.

Die letzten Monate haben deutlich gezeigt, wie wichtig eine krisensichere Landwirtschaft für die Lebensmittelversorgung der ÖsterreicherInnen ist. Für eine produktive Landwirtschaft ist eine ausreichende Eiweißversorgung, die sehr stark auf der Sojabohne beruht, unerlässlich. Der Anbau der Sojabohne hat sich in Oberösterreich mit 15.000 Hektar gut etabliert und steigt ständig an, mit der entsprechenden Verarbeitungskapazität sind auch in diesem Bereich regionale Wertschöpfungskreisläufe gesichert. „Durch die dezentrale Sojaverarbeitung können die oberösterreichischen Landwirte und Landwirtinnen ihre Futtermittel direkt in der Region beziehen. Dadurch werden österreichische Standards bestens erfüllt, Transportwege eingespart und die Wertschöpfungstiefe wird erhöht. Die Oberösterreichische Sojaverarbeitung ist eine Erfolgsstrategie für Landwirtschaft und Umwelt!“, so Agrarlandesrat Max Hiegelsberger.

Sojaverarbeitung made in OÖ
Oberösterreich weist bereits mehrere Anlagen zur Sojaverarbeitung auf. Die Hausrucköl Mühle in Aistersheim hat ihr Leistungsspektrum um die Sojatoastung erweitert und schafft bis zu 300 kg Sojabohnen pro Stunde. Kleinanlagen zur hofeigenen Toastung werden vom Unternehmen Firma EST in Geretsberg gebaut und verkauft. 
Neben diesen Anlagen auf genossenschaftlicher oder einzelbetrieblicher Basis weist Oberösterreich auch gewerbliche Anbieter auf. Anlagen für die Sojatoastung betreiben die Witzmann Mühle, die Seierl Landesprodukte GmbH sowie die Fuchshuber Agrarhandel GmbH. 
Sojabohnen für Lebensmittel verarbeiten die Arnreitermühle in Wallern an der Trattnach sowie die Strobl Mühle in Ebelsberg. „Oberösterreich baut als Tierhaltungsland Nummer Eins auch auf eine gut ausgebaute Infrastruktur für die Sojaverarbeitung auf. Durch die kontinuierliche Erweiterung der dezentralen Anlagen und den steigenden Sojaanbau wird die Eigenversorgung mit Soja langfristig gestärkt. Dabei wird einmal mehr deutlich, dass durch die Innovationskraft der oberösterreichischen Betriebe auch Herausforderungen wie die Eiweißlücke in der Nutztierfütterung bewältigt werden können“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

OÖ Soja – regionales Eiweiß für das AMA Gütesiegel
Das AMA-Gütesiegel soll in enger Abstimmung mit Vertretern der Schweinebranche und der Bäuerinnen und Bauern weiterentwickelt werden. Statt Soja aus Südamerika soll künftig europäisches Soja im Futtertrog landen. Im Zuge einer Eiweißstrategie sollen Transportwege verkürzt und die Produktion von Eiweißfutter in Österreich gestärkt werden. 
„Die Versorgung mit Eiweiß-Futtermitteln ist eine Zukunftsfrage der österreichischen Landwirtschaft. Dieses Thema ist besonders in Oberösterreich mit seiner starken tierischen Produktion von großer Relevanz. Aktuell werden bereits 80 Prozent des benötigten Eiweiß-Futters auch hierzulande produziert“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger
Auch Österreichs Bundesregierung hat sich in ihrem Regierungsprogramm dazu bekannt, dass heimische und europäische Eiweißquellen für Futtermittel unterstützt werden. In Oberösterreich gibt es bundesweit die meisten Sojaanbauer. Insgesamt 3.042 Landwirte entschieden sich heuer im Frühjahr 15.400 ha Soja zu säen, ein Plus von 400 ha gegenüber 2020. Der Erfolg des regionalen Soja-Anbaus basiert vor allem auf einer erfolgreichen inländischen Züchtung sowie einem guten Preisniveau.

Quelle: Land OÖ  //  Fotocredit: Land OÖ/Sabrina Liedl

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