"Raus aus dem Alltag, rauf auf die Straße" - Fridays for Future-Bewegung präsentiert österreichweite Forderungen

"Raus aus dem Alltag, rauf auf die Straße" - Fridays for Future-Bewegung präsentiert österreichweite Forderungen

Wien - In einer Pressekonferenz am Wiener Heldenplatz präsentierten am 16. September Vertreter*innen der Fridays for Future-Bewegung erstmals sechs konkrete Forderungen an die österreichische Politik.

Zu Beginn der Pressekonferenz sitzen die Aktivist*innen in einem vor Ort aufgebauten Wohnzimmer, anschließend stehen sie auf, lassen dieses hinter sich und verkünden, dass die Gesellschaft aufwachen müsse: “Wir brauchen Mut, den Tatsachen ins Auge zu blicken. Wir brauchen Mut, zu handeln. Das heißt auch, unsere Rechte auf der Straße einzufordern und zu streiken.”

Die jungen Menschen werden nicht mehr länger zusehen, wie in Österreich die Dringlichkeit der Lage verschwiegen und die Verantwortung für die Einhaltung des 1,5-Grad Ziels und globale Klimagerechtigkeit ignoriert werden. Sie fordern eine mutige Politik ein, die mitten in der Klima- und Umweltkrise Verantwortung zeigt und die nötigen Handlungen setzt.

ÖSTERREICH HAT KEINEN SINN FÜR KLIMAGERECHTIGKEIT

Österreich weigert sich, einen angemessenen Beitrag zur Klimafinanzierung zu leisten. Der international bedeutsame Green Climate Fund wartet immer noch auf erwähnenswerte Beiträge aus dem österreichischen Nachhaltigkeitsministerium, 30 Millionen sind nicht genug, andere Länder zahlen Milliardenbeiträge ein. Dieser geringe Beitrag ist in Anbetracht unserer historischen Emissionen verantwortungslos und zeugt von fehlender Solidarität und fehlendem Sinn von Weltgemeinschaft.

ZITATE

Gloria Berghäuser (17, FFF Salzburg): “Wir fordern, dass die Klimakrise endlich als solche erkannt und benannt wird. Sie ist eine existenzielle Bedrohung für uns alle und für alle, die nach uns kommen. Die Wahrheit über den Ernst der Lage muss ausgesprochen werden. Und es braucht mutige Handlungen der Politik. In Kürze wird im Parlament über einen nationalen Climate Emergency abgestimmt, den 4 Parteien eingebracht haben. Wir fordern die Umsetzung der ambitionierten Maßnahmen aus dem Entschließungsantrag zum Klima- und ökologischen Notstand.”

Lorenz Pfalzer (16, FFF Graz): “Wir alle haben ein Recht auf Zukunft. Klimaschädliche Subventionen gefährden aber diese Rechte. Daher fordern wir die Verankerung von Klimaschutz in der Verfassung!”

Anna Lindorfer (25, FFF Wien): "Wir dürfen niemanden zurücklassen und deshalb geht Klimaschutz auch nur gemeinsam und in Einklang mit der sozialen Frage. Deshalb fordern wir eine ökosoziale Steuerreform ab dem Jahr 2020, die von OECD und der EU wiederholt empfohlen wurden. Wir warten nicht auf morgen, bis die Politik verschlafen hat. Wir fordern sofortige Handlungen.”

Philipp Wilfinger (24, FFF Wien): “Wahrscheinlich unter 1,5°C ist uns zu wenig. Wir fordern Sicherheit für unsere Zukunft, und für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Eine 66%ige Chance, das 1,5°C-Ziel zu erreichen reicht uns nicht. Daher fordern wir Netto-Null bis 2030”.

Ronja Dummann (16, FFF Ried): “Wir müssen aufhören, unsere eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Dazu gehört nicht nur das Klima, sondern auch die Natur um uns herum. Die Artenvielfalt muss erhalten bleiben! Deshalb fordern wir Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität.”

Gregor Petrovic (19, FFF Graz): “Als Jugend, die für eine lebenswerte Zukunft kämpft, fordern wir rasche und radikale Klima- und Umweltschutzmaßnahmen! Dazu gehört auch der Ausstieg aus fossilen Energien bis 2030 und der Stopp fossiler Großprojekte, wie der dritten Piste.”

Sollte die Erfüllung dieser Forderungen im derzeitigen System nicht möglich sein, braucht es dringend einen Systemwandel.

Die sechs Forderungen wurden im Zuge des 3. Bundesplenums, das vom 6. bis zum 8. September in Graz stattfand, unter Teilnahme von mehr als 70 Aktivist*innen beschlossen. Sie werden als notwendig erachtet, um Österreich im Sinne der Klimagerechtigkeit auf einen mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens konformen Pfad zu bringen.

ANKÜNDIGUNGEN

In der internationalen Week for Future vom 20.-27. September wird die Fridays for Future-Bewegung erneut österreichweit ein starkes Zeichen setzen.

  • Am 20. September finden unter dem Motto “Austria For Future - Dein Ort für die Zukunft” Aktionen in mehr als 400 (laufend mehr) Orten statt. Damit setzen wir das größte, dezentral organisierte Zeichen für mutige Klimapolitik, dass es in Österreich je gab.
  • Unter der Woche organisieren die Regionalgruppen unterschiedliche Thementage zur Klima- und Umweltkrise, während am 27. September in allen Landeshauptstädten zum großen EARTH STRIKE aufgerufen wird. Der Streik in Wien wird von mehr als 50 Organisationen, u. a. Gewerkschaften, unterstützt. Jung und alt sind aufgerufen, sich beim Streik der Generationen zu beteiligen!

Für eine lebenswerte Zukunft auf einem gesunden Planeten!

Zu den Forderungen an die Politik.

Warum wir 2030 fodern.

Quelle: JW / FFF Austria

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