OÖ. Solar-Champions 2021 ausgezeichnet – PV-Vorzeigeprojekte vor den Vorhang geholt

OÖ. Solar-Champions 2021 ausgezeichnet – PV-Vorzeigeprojekte vor den Vorhang geholt

v.l.: Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner, Dr. Alexander Rabengruber, Lukas Redlinger, Mag.a Ursula Schmierer, Alfred Steininger, Mag. Reinhold Prinz, Stefan Brandstetter, Ing. Peter Fischerleitner, Mag.a Christiane Egger, DI Dr.Gerhard Dell

„Oberösterreich hat sich ein klares Ziel gesetzt - bis 2030 sollen 200.000 Photovoltaik-Anlagen auf den heimischen Dächern installiert und der Solarstrom-Anteil verzehnfacht werden. Dafür braucht es neben finanzieller Anreize auch Bewusstseinsbildung. Daher hat der OÖ. Energiesparverband auf meine Initiative einen eigenen Wettbewerb gestartet, bei dem PV-Vorzeigeprojekte als ‚OÖ. Solar-Champions 2021‘ geehrt und so vor den Vorhang geholt werden. Die Beteiligung hat alle Erwartungen übertroffen. Mehr als 300 Projekte wurden eingereicht, in fünf Kategorien haben sich sieben Sieger durchgesetzt“, hob Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner im Rahmen der Verleihung der „OÖ.Solar-Champions 2021“ gestern Abend in Linz hervor.

Beim Solar-Champion-Wettbewerb wurden Solar-Projekte und Lösungen gesucht, die einen Beitrag dazu leisten, den Photovoltaik-Ausbau in Oberösterreich weiter voranzutreiben und zu beschleunigen. Mitmachen konnten alle, die in Oberösterreich ein Solarprojekt umgesetzt haben, sich an Projekten kreativ betätigt oder konkrete Ideen für neue Lösungen mit Solar-Energie entwickelt haben. 

„Schon jetzt gibt es in Oberösterreich 35.000 PV-Anlagen. Im Vorjahr wurde an Werktagen alle 65 Minuten, rund um die Uhr, eine neue Anlage errichtet. Damit konnten wir erreichen, dass 25 Prozent aller österreichweit 2020 neu errichteten Anlagen in Oberösterreich installiert worden sind“, wies Wirtschafts- und Energie-Landesrat Achleitner auf das enorme Ausbautempo in Oberösterreich hin. „Das ist uns nicht genug, wir haben uns in der ‚OÖ. Photovoltaik-Strategie‘ das ehrgeizige Ziel von 200.000 Anlagen bis zum Jahr 2030 gesetzt, um damit den Solarstrom-Anteil in Oberösterreich zu verzehnfachen“, so Landesrat Achleitner weiters. 

„Mit unserem Solar-Champion-Wettbewerb wollten wir daher Bewusstsein für den PV-Ausbau schaffen, informieren und motivieren, das eigene Dach zur PV-Anlage umzurüsten. Denn damit kann jede und jeder von uns einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten“, unterstrich Landesrat Achleitner.

Aufhorchen ließ Finanzdirektor Mag. Reinhold Prinz von der Diözese Linz, die in der Kategorie „Stolz auf Solar – Institutionen“ als „OÖ. Solar-Champion 2021“ geehrt worden ist: „ Es gibt in der Diözese Linz derzeit 120 Photovoltaik-Projekte. Wir haben 486 Pfarren und aus unserer Verantwortung für die Schöpfung heraus möchten wir, dass in jeder Pfarre zumindest eine Photovoltaik-Anlage errichtet wird“, erklärte Mag. Prinz.

Die Solar-Champions 2021 sind:

Kategorie Stolz auf Solar, Privatpersonen:
Energie-Unabhängigkeit: ein rundes Projekt:
Alfred Steininger
Schritt für Schritt wurde das Haus in Zell an der Pram saniert und weitgehend energieunabhängig gestaltet: 1999 wurde eine Pelletsheizung eingebaut, 2003 das Gebäude thermisch saniert und 1 Jahr später wurde eine 42 m² große thermische Solaranlage errichtet. 2014 kam eine Photovoltaikanlage hinzu. 2016 hat Familie Steininger ein Elektroauto gekauft und 2021 die Photovoltaikanlage Anlage - auf nun insgesamt 20,9 Kilowatt - erweitert. Ein Solarstromspeicher mit 16,6 Kilowattstunden rundet das „unabhängige Energieprojekt“ ab.

Ende der Ölzeit:
Lukas Redlinger
Ein besonders "sonniges" Projekt ist der Neubau in St Georgen im Attergau mit einer 8 Kilowatt Photovoltaikanlage, einer Wärmepumpe, zwei Elektroautos und einer Ladestation. Bemerkenswert ist die automatische Regelung zur Nachführung des Strom-Verbrauchs an die Solarerstromerzeugung. Seit April 2021 wurde jeder Kilometer mit Solarstrom gefahren. Ein schönes und zukunftsträchtiges Beispiel der Öl-Zeit „Adieu“ zu sagen!

Kategorie Stolz auf Solar, Institutionen:
Kraft von Oben: PV-Anlagen der Katholischen Kirche OÖ:
Diözese Linz
Die Kirche und die Kraft der Sonne: 120 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamt-Sonnenstromleistung von etwa 660 Kilowatt zeigen und leben oberösterreichweit Schöpfungsverantwortung. Die Anlagen zieren Pfarren, Bildungshäuser, Schulen und sogar Friedhofsmauern. Vor der Errichtung der PV-Anlagen wird auch die Bewusstseinsbildung in den Pfarren großgeschrieben: Gemeinsam werden die stromverbrauchenden Geräte erfasst und mit diesen Daten die PV- Anlage geplant.

Kategorie Stolz auf Solar, Unternehmen:
100 % Eigenverbrauch:
MKW Holding GmbH
Beim neuen Gebäude des Metall- und Kunststoff-Verarbeiters in Weibern wird die gesamte Dachfläche mit einer 200 Kilowatt Photovoltaik-Anlage genutzt. Das Projekt wurde mit lokalen Partnern umgesetzt. Der produzierte Solarstrom wird unter anderem auch für die E-Auto-Ladestationen verwendet. Die Eigenverbrauchsquote liegt bei nahezu 100%. Der Metall- und Kunststoff-Verarbeiter ist ein Vorreiter bei der Energiewende auf allen Ebenen: So erfolgt der Betrieb der Pulverbeschichtungsanlage mit nachhaltiger Biomasse und eine Wärmerückgewinnung machen diese innovativen Projekte besonders effizient.    

Einladung zum Nachmachen:
Fischerleitner GmbH
Auf der Werkshalle des Karosseriebetriebs Fischerleitner in Ried im Innkreis wurde ein 100 Kilowatt Photovoltaikanlage errichtet. Die Dachfläche wird dabei optimal genutzt und der gesamte Jahresstrombedarf mit der Anlage abgedeckt. Der Tageswagen, der an Kunden und Kundinnen verliehen wird, ist ein Elektro-Auto, welches mit dem eigenen Solarstrom geladen wird. Das motiviert und begeistert die Kundschaft des Karosseriebetriebes, selbst auf ein Elektrofahrzeug mit Solarladung umzusteigen!

Kategorie Solar Kreativ:
Das solare Tomatenhaus:
Stefan Brandstetter 
Das „solare“ Tomatenhaus in Suben bietet kreativ gelöst gesunde Pflanzenkraft und Solarstrom in einem: Das Photovoltaik-Dach liefert nicht nur Strom, sondern schützt auch die Pflanzen vor direktem Regen und bietet ihnen obendrein die optimale Rankhilfe. Eine kreative Lösung dafür, was man alles mit Photovoltaik machen kann!

Kategorie Solar Innovativ:
PV Module als Dachersatz:
Endorado GmbH 
Das Unternehmen Endorado aus Pram hat als Dachersatz eine robuste Photovoltaikanlage in Verbundglasbauweise entwickelt, welche ein konventionelles Dach ersetzt. Sowohl bei Sanierungen als auch bei Neubauten bietet diese Photovoltaik-Lösung vielseitigen Nutzen neben der Stromerzeugung: Sowohl das einfallende Tageslicht als auch die Modulwärme kann im darunter liegenden Gebäude verwendet werden. Ein zusätzliches Dach ist nicht nötig. Diese Lösung bietet einen optimalen ökologischen Fußabdruck und die Gesamt-Errichtungskosten werden reduziert.

Quelle: Land OÖ  //  Fotocredit: Land OÖ/Daniel Kauder

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