Sonntag 19. Mai 2019
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Land OÖ fördert Tablet Klassen

Ergebnisbericht 1. Projektjahr „LIFT – lernen, inspirieren, fördern mit Tablets“

Das Projekt „LIFT – lernen, inspirieren, fördern mit Tablets“ ist eine Maßnahme des Landes Oberösterreich im Rahmen der Umsetzung dieser Digitalen Agenda.

Der hohe Qualitätsanspruch des Landes Oberösterreich spiegelt sich im Vergleich zu anderen Tablet-Projekten im ganzheitlichen und langfristigen Projektansatz, in der pädagogisch, wissenschaftlichen Begleitung und Evaluierung sowie in der laufenden Betreuung durch das Projektteam der Education Group und den Expertinnen und Experten der Pädagogischen Hochschulen wider.

Vier Neue Mittelschulen, konkret die NMS St. Georgen am Walde, die NMS 2 Bad Goisern, die NMS Helfenberg und die NMS 6 Wels wurden vom Land OÖ mit Tablets ausgestattet und entsprechend von Expertinnen und Experten begleitet.

Die erste Evaluierung fand im Sommer 2018 durch die FH Hagenberg statt.

Die wichtigsten Ergebnisse:

-  80,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben bis zum Projektstart keine Erfahrungen mit Tablets im schulischen Bereich gemacht

-  81 Prozent geben an, sich mit dem Tablet besser auf den Lernstoff konzentrieren zu können

-  83,3 Prozent helfen die Übungen am Tablet, um sich auf das Wichtigste zu konzentrieren

-  60 Prozent stimmen zu, dass die Lehrkraft mehr Zeit hat, ihnen zu helfen

-  74,9 Prozent hilft das Tablet beim Lernerfolg in der Schule und sie verstehen die Lerninhalte besser

-  Die Lehrpersonen nehmen die Kinder als motivierter wahr.

-  Eltern stehen dem Einsatz von Tablets im Schulunterricht offen gegenüber und werden von den Schulen eingebunden.

 

„Die erste Evaluierung zeigt, dass das Land Oberösterreich mit dem Projekt „LIFT“ einenrichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung im Unterricht gesetzt hat“, soLandeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander. „Die große Akzeptanzdes Projektes und der Erfolg, den die Schülerinnen und Schüler selbst dabei empfinden, liegt aber sicherlich an der professionellen Begleitung, denn es reicht nicht, Schülerinnen und Schülern einfach ein Tablet in die Hand zu geben. Es braucht die richtigen pädagogischen Konzepte, nur dann ist der Einsatz von digitalen Mitteln im Unterricht sinnvoll. Dazu steht jeder Schule eine Expertin oder ein Experte der Pädagogischen Hochschule zur Seite. Zusätzlich werden maßgeschneiderte Fortbildungsangebote an den jeweiligen Schulstandorten (SCHILF) in Absprache mit den Schulbetreuern diskutiert und festgelegt und im Laufe des Schuljahres durchgeführt. Zudem nehmen Lehrerinnen und Lehrer weitere projektrelevante Fortbildungsangebote der Pädagogischen Hochschulen in Anspruch.“

„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in diesem Projekt ist die Bereitschaft der Lehrkräfte, dasProjekt mitzutragen und die Tablets in allen Gegenständen einzusetzen. Essentiell ist es auch, entsprechende pädagogische Konzepte über vier Projektjahre erarbeiten zu können. Dies ermöglicht den Mehrwert von Tablets für des Lehren und Lernen zu nutzen und folglich im Schulentwicklungsprozess zu verankern“, so Bildungsdirektor Dr.Klampfer.

Im Schuljahr 2018/2019 erfolgt die nächste Evaluierung des Projekts.

 

Detailergebnisse der ersten Evaluierung

Mit der Evaluierung wurde die FH OÖ, Campus Hagenberg beauftragt. Die erste Schülerinnen- und Schülererhebung fand mittels Fragebogen im Sommer 2018 statt. Die Schulen hatten zum Zeitpunkt der Befragung die Tablets erst wenige Wochen im Unterrichtseinsatz. In Summe wurden 155 Schülerinnen und Schüler befragt.Befragungsthemen:

1. Private Mediennutzung (Fokus auf eigenem Smartphone)

2. UmgangundEinsatzdesTabletsimSchulunterricht
3. AllgemeineSelbstwirksamkeitderSchülerinnenundSchüler

Ergebnisse der Befragung:

1. PrivateMediennutzung

81,3 % der befragten Schülerinnen und Schüler sind im Besitz eines eigenen Smartphones. Die Smartphonenutzung stellt sich wie folgt dar:

Mehr als die Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler (50,6 %) dürfen das private Tablet der Eltern zu Hause nicht nützen. 43,9 % verbringen täglich weniger als 1 Stunde im Internet. Die durchschnittliche Nutzungszeit liegt bei 1,95 Stunden.

2. Umgang und Einsatz von Tablets im Schulunterricht

80,6 % der Schülerinnen und Schüler haben bislang keine Erfahrungen mit Tablets im schulischen Bereich gemacht. 38,7 % verwenden Tablets mehrmals pro Woche für schulische Zwecke, 17,4 % täglich.

81,0 % der Schülerinnen und Schüler geben an, dass sie sich mit dem Tablet besser auf den Lernstoff konzentrieren, 83,3 % helfen die Übungen am Tablet sich auf das Wichtigste zu konzentrieren.

60 % der Befragten stimmen zu, dass die Lehrkraft bei der Verwendung von Tablets mehr Zeit hat, ihnen zu helfen, 74,9 % hilft das Tablet beim Lernerfolg in der Schule und sie verstehen die Lerninhalte besser.

92,3 % der Schülerinnen und Schüler hat die Arbeit mit den Tablets Spaß gemacht, 60,4 % empfinden die Arbeit mit Tablets als einfach. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass eine sehr hohe Motivation mit Tablets zu Lernen und Arbeiten vorherrscht.

3. Allgemeine Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler

In weiterer Folge wurden die Schülerinnen und Schüler nach ihrer eigenen subjektiven Selbstwirksamkeitserwartung gefragt, welche sie tendenziell als hoch einschätzen. So sind 85 % der Befragten sicher auch nach Erhalt einer schlechten Note wieder bessere Leistungen erbringen zu können. Beinahe 80 % sind der Ansicht, dass sie eine schwierige Aufgabe am Tablet lösen können.

Lernunterstützung und Einsatz der Tablets im Unterricht

Die Individualisierung wird als der große Mehrwert gesehen, es gibt mehr Übungsmöglichkeiten und die Schülerinnen und Schüler können in ihrem eigenen Lerntempo arbeiten. In der Freiarbeitsphase arbeiten die Schülerinnen und Schüler zusätzliche Aufgaben ab. Die Lehrkräfte nehmen die Kinder motivierter wahr. Tablets sind zudem handlicher als Laptops und bieten einen flexiblen bedarfsorientierten Einsatz.

Das Tablet wurde in fast allen Fächern der ersten Klassen eingesetzt. Die Verwendung erfolgte auch in der Nachmittagsbetreuung und für die Hausübungen.
Als große Hilfestellung wurden die vorinstallierten Apps und empfohlenen Lernanwendungen wahrgenommen.

Eltern stehen dem Einsatz der Tablets im Schulunterricht offen gegenüber und werden von den Schulen eingebunden.

Die nächste Erhebung findet im Schuljahr 2018/19 statt.

Eckpunkte im ersten Jahr der Umsetzung

Vier Schulen, acht 1. Klassen, wurden mit Tablets ausgestattet (jede Schülerin, jeder Schüler erhält ein Tablet für sich). Insgesamt werden für 83 Lehrkräfte und Schulbetreuerinnen und –betreuer sowie 166 Schülerinnen und Schüler vorkonfigurierte iPads inkl. Schutzhülle im März 2018 übergeben.

1. Vernetzungstreffen der teilnehmenden Schulen im März 2018. Gemeinsam mit den Projektpartnern werden die Ziele und Erwartungen an die Schulen sowie die Projektrahmenbedingungen vorgestellt.

Ready to go: durch die Vorkonfiguration waren die ausgelieferten Geräte von der ersten Minute an mit dem WLAN der Schulen verbunden und einsatzbereit.

Jeder Schule wurde ein Experte der Pädagogischen Hochschule zur Seite gestellt und somit eine professionelle Unterstützung der Pädagoginnen und Pädagogen gewährleistet.

Maßgeschneiderte Fortbildungsangebote an den jeweiligen Schulstandorten (SCHILF) werden in Absprache mit den Schulbetreuern diskutiert und festgelegt und im Laufe des Schuljahres durchgeführt. Zusätzlich nehmen die Lehrkräfte weitere projektrelevante Fortbildungsangebote der Pädagogischen Hochschulen in Anspruch.

Um den Austausch zwischen den teilnehmenden Schulen zu ermöglichen fanden bis dato drei schulübergreifende Fortbildungsangebote (SCHÜLF) in der Education Group in Linz statt. In einem ersten Schritt wurden diese Fortbildungen in den drei Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch durchgeführt.

Zur optimalen Kommunikation im Projekt wurde für alle Beteiligten eine Moodleplattform (www.eduacademy.at/lift) eingerichtet.

Wissenschaftliche Begleitung des Projektes von der Fachhochschule OÖ, Campus Hagenberg. Die Begleitforschung sieht im Rahmen des Projektes drei Erhebungen vor. Die Ersterhebung erfolgte im Sommer 2018 in Form einer schriftlichen Befragung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen der Befragung wurde die Arbeit mit den eingesetzten Tablets im Schulunterricht sowie die damit verbundenen Lehr-/Lernszenarien evaluiert. Ziele der Evaluationserhebung sind u. a., Näheres über die Nutzung und den Umgang mit Tablets (iPads) im Unterricht zu erfahren, Kenntnisse über die sich ergebenden Vor- und Nachteile zu gewinnen sowie Entwicklungen im Lernverhalten bei Schülerinnen und Schülern festzustellen.

Durch eine Befragung der Direktorinnen und Direktoren sowie der zuständigen Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren zu Projektbeginn wurden Erkenntnisse über Vorerfahrungen mit digitalen Medieneinsatz in der Schule und den geplanten Lehr-/Lernszenarien eingeholt.

Zur Gewährleistung einer reibungslosen Unterrichtsarbeit mit den Medien, wurden an den teilnehmenden Schulen Optimierungsmaßnahmen betreffend Infrastruktur und Präsentationsmöglichkeiten durchgeführt.

„Das Projekt LIFT setzt konzeptionell auf den langjährigen Erfahrungen der EducationGroup in der Beratung und Betreuung von Pädagoginnen und Pädagogen bei der Einführung von digital unterstützen Lernszenarien auf. Um nachhaltige und zeitgemäße Änderungen des Lehr- und Lernverhaltens positiv zu unterstützen, bedarf es einer schrittweisen und langfristigen Begleitung aller Lernpartner. Ziel ist die Schaffung eines reflexiven aber offenen pädagogischen Lernklimas unter Sicherstellung und Einbeziehung aller notwendigen personeller wie infrastruktureller Voraussetzungen. Nur unter diesen Voraussetzungen ist eine dauerhaft erfolgreiche, für alle auf den jeweiligen Standort abgestimmte Transformation der Bildungsarbeit zur bestmöglichen Vorbereitung junger Menschen auf die zukünftigen Herausforderungen möglich“, so PeterEiselmair, Geschäftsführer Education Group.

 

Infos Projekt „LIFT – lernen, inspirieren, fördern mit Tablets“

Ab dem Schuljahr 2017/18 stellte das Land OÖ vier Neuen Mittelschulen Tablets für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der ersten Klassen für den Gebrauch im täglichen Schulunterricht zur Verfügung. Im Projektzeitraum von 4 Jahren werden die Lehrkräfte entsprechende pädagogische Konzepte zur Einbindung von Tablets im Unterricht für die jeweilige Schule erarbeiten. Ziel ist, die Tablets in allen Unterrichtsfächern einzusetzen, Aktivitäten in der Praxis mit den Schülerinnen und Schülern zu erproben und den Mehrwert von Tablets für das Lehren und Lernen zu nutzen.

Didaktischer Mehrwert digitaler Medien

Im Projekt werden den Schulen und sowie Lehrerinnen und Lehrern Platz, Raum, Zeit und Rahmenbedingungen sowie eine Begleitung durch Expertinnen und Experten der beiden Pädagogischen Hochschulen gegeben, um ein Umsetzungskonzept über den Projektzeitraum von vier Jahren zu erproben und zu entwickeln. Hierbei werden neue und alternative Möglichkeiten getestet, so dass der didaktische Mehrwert digitaler Medien sichtbar wird.

Für die Pädagoginnen und Pädagogen wird ein abgestimmtes Fort- und Weiterbildungsprogramm von Expertinnen und Experten der Pädagogischen Hochschulen und der Education Group organisiert und schulübergreifende Vernetzungsaktivitäten angeboten, in denen fachspezifische Einsatzszenarien entwickelt, besprochen und die Ergebnisse des Einsatzes reflektiert werden. Die Ergebnisse und Erfahrungen werden aufbereitet und nachhaltig weiteren Schulen und Lehrkräften zur Verfügung gestellt.

Die Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer an den teilnehmenden Schulen hat sich bereit erklärt, das Projekt mitzutragen, die Tablets im Unterricht einzusetzen und laufend am Fort- und Weiterbildungsprogramm teilzunehmen. Dadurch ist gewährleistet, dass nicht nur einzelne Lehrerinnen und Lehrer mit den mobilen Devices arbeiten.

Pädagogisch wertvoll – Projektziele

Einsatz der Tablets in allen Fächern und Nutzung des Mehrwerts für das Lehren und Lernen mit digitalen Medien

Entwicklung eines pädagogischen Konzeptes – Verankerung im Schulentwicklungsprozess

Entwicklung von Unterrichtsszenarien

 

Maßgeschneiderte Fortbildungsangebote

Begleitende Evaluierung des Projektes

Publikation und Austausch der Erfahrungen und Ergebnisse

 

Maßgebliche Erfolgsfaktoren des Projektes

Langfristige Projektlaufzeit

Commitment der Pädagoginnen und Pädagogen an den Schulstandorten

Projektbegleitende und auf den Bedarf abgestimmte Fortbildungsangebote

Laufende Betreuung und Unterstützung während des Projektes

Vernetzung der teilnehmenden Schulen

Pädagogische, wissenschaftliche Begleitung | Evaluierung

Professionelle Begleitung und Dokumentation auf der eingerichteten Website http://lift.edugroup.at

Dokumentation durch Beiträge von BildungsTV der Education Group und Produktion von Kurzvideos mit Tipps und Tricks zur Handhabung der Tablets.

 

Quelle: Land OÖ