Klimakrise gemeinsam meistern

Klimakrise gemeinsam meistern

Die Naturfreunde unterstützen die Forderungen des Klimavolksbegehrens

Die Naturfreunde unterstützen die Forderungen des Klimavolksbegehrens und appellieren an die Abgeordneten des Umweltausschusses, einen überparteilichen Beschluss zu fassen, damit Österreich bis 2040 klimaneutral werden kann.

Die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie hat wichtigen Klimamaßnahmen finanzielle Mittel und die mediale Aufmerksamkeit entzogen. Doch die globale Erwärmung stellt eine wesentlich größere Bedrohung als die Pandemie dar. Gegen sie gibt es keine Impfung. Daher müssen wir mit Hochdruck daran arbeiten, gemeinsam einen Weg aus der Klimakrise zu finden.

Am 13. Jänner 2021 findet die zweite Sitzung des Umweltausschusses zum Klimavolksbegehren statt. Die VertreterInnen des Klimavolksbegehrens, das 380.590 Menschen unterschrieben haben, fordern von den Abgeordneten im Umweltausschuss einen überparteilichen Beschluss, der ein Recht auf Klimaschutz in der Verfassung verankert und sicherstellt, dass Österreich bis 2040 klimaneutral wird. Die Naturfreunde unterstützen seit Anbeginn das Klimavolksbegehren und tragen die Forderungen und Ziele des Klimavolksbegehrens mit. „Denn wenn wir weiter nichts oder auch nur zu wenig tun, führt uns dies in eine weltweite Katastrophe“, warnt Andreas Schieder, Vorsitzender der Naturfreunde Österreich. Es muss endlich gehandelt werden, und zwar gemeinsam! Die Naturfreunde sagen daher:

NEIN zu umweltschädlichen Subventionen! JA zu Kostenwahrheit und Umsetzung einer ökosozialen Steuerreform!

  • Unter umweltschädlichen Subventionen versteht man Förderungen bzw. Steuerausnahmen mit negativen Effekten auf Umwelt und Klima. Diese Subventionen in Milliardenhöhe stehen nachhaltiger Entwicklung, Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit im Weg. Derzeit besteht für klimaschädigendes Handeln keine Kostenwahrheit. Viele Förderungen bevorzugen klimaschädigende Handlungsweisen. Es sollte aber genau umgekehrt sein: Klimaschädliches Verhalten sollte belastet und klimaschützendes Verhalten - zum Beispiel das Verwenden erneuerbarer Energie und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs- belohnt werden.

Andreas Schieder: „Klimaschädigendes Handeln muss reduziert werden, und es muss einen Mechanismus geben, der uns den Einfluss unseres Verhaltens auf den Klimawandel über den Preis mitteilt. Klimafreundliche Energie, Mobilität, Produkte etc. müssen für alle leistbar werden. Eine ökosoziale Steuerreform ist das Gebot der Stunde, Klimasünder dürfen nicht weiter begünstigt werden!“

Klimacheck für klimarelevante Gesetze und Verordnungen

„Um die erforderlichen Emissionsreduktionen zu erreichen, bedarf es effektiver Maßnahmen und eines koordinierten Vorgehens auf globaler, nationaler und regionaler Ebene“, betont der Umweltreferent der Naturfreunde Gerald Plattner. „Die Naturfreunde fordern schon seit 2006, dass alle bestehenden und zukünftigen klimarelevanten Gesetze und Verordnungen nach einem Kriterienkatalog auf ihre gesamtheitliche Nachhaltigkeit hin überprüft werden. Erst wenn eine geplante Klimaschutzmaßnahme diesen Klimacheck besteht sowie eine bessere Energie- und Emissionsbilanz aufweist und ressourcenschonend ist, darf sie realisiert werden.“

Mit Öffis in die Natur

Die Mobilität ist einer der Haupttreiber des Klimawandels. Auch der heutige Freizeitverkehr wird meist mit dem Auto abgewickelt. Die Ausdünnung des öffentlichen Verkehrs in vielen klassischen Wanderregionen hat diese Entwicklung beschleunigt. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und ein Umstieg auf Öffis würden einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes und somit zum Klimaschutz leisten. Die Naturfreunde Österreich setzen sich schon seit vielen Jahren für klimafreundliche Aufenthalte in der Natur ein und versuchen verstärkt, die öffentliche Anreise zu Wanderungen und Naturfreunde-Hütten zu bewerben.

In Kooperation mit den ÖBB haben die Naturfreunde einen handlichen Band mit familientauglichen Wanderungen zusammengestellt, deren Ausgangs- und Endpunkte gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Dieser neue Wanderführer enthält 46 Touren in ganz Österreich, für die man kein Auto braucht. Der Großteil der beschriebenen Routen führt zu traumhaft gelegenen Naturfreunde-Hütten. Darüber hinaus werden einige von den Naturfreunden ins Leben gerufene „WohlfühlWege“ und „Natura Trails“ vorgestellt, auf denen man sich in der Freizeit erholen und ökologisch besonders wertvolle Landschaften kennenlernen kann. Gerald Plattner: „Wir laden alle, die sich in der Natur erholen und im Freien Sport betreiben wollen, herzlich dazu ein, das Auto hin und wieder stehen zu lassen und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, um so einen Beitrag zu einer klimafreundlichen Freizeitgestaltung zu leisten.“ 

Quelle: Regina Hrbek Abteilung Umwelt- & Naturschutz / ots  //  Fotocredit: Naturfreunde Österreich/Doris List-Winder

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