Sonntag 19. Mai 2019
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„Die Jugend Europas muss aufwachen und den Kampf gegen die Klimakrise aufnehmen!“

Julia Herr und Kevin Kühnert am Dachstein: „Hier können wir zusehen, wie die Klimakrise unsere Zukunft auffrisst“

„In 30 Jahren wird vom Dachstein Gletscher nichts mehr übrig sein“, erklärt Julia Herr, die Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Herr, die bei der kommenden EU-Wahl auf Platz 6 der SPÖ-Liste antritt. Gemeinsam mit Kevin Kühnert, dem Vorsitzenden der JUSOS in der SPD, gab sie am Samstag eine Pressekonferenz auf 2700 Meter Höhe.

„An einem heißen Sommertag schmilzt der Dachstein um zehn Zentimeter. Hier können wir mit freiem Auge sehen, wie die Klimakrise unsere Zukunft auffrisst“ so Herr. „Nachdem unsere Umwelt jahrzehntelang für Profitinteressen ausgebeutet wurde, sieht unsere Generation jetzt einer Zukunft voller Klimakatastrophen entgegen. 100 Konzerne sind für 70 Prozent der Emissionen der letzten 30 Jahre verantwortlich“ meint Herr und urteilt scharf: „Die Klimakrise ist konzerngemacht.“

„Dass die Klimakrise unseren Planeten zerstört ist schon lange bekannt. Trotzdem steigen die jährlich ausgestoßenen Treibhausgase weiter an. Das ist ein weltweites politisches Versagen“ sagt Kevin Kühnert. „Riesige fossile Brennstoffkonzerne, wie BP oder Exxon sind mit Milliarden darin investiert, dass weiterhin fossile Brennstoffe gefördert und genutzt werden. Wenn Parteien das Sagen haben, die den Interessen der Großkonzerne verpflichtet sind, lassen sich die notwendigen Maßnahmen gegen die Klimakrise nicht durchsetzen“ so Kühnert.

„Deshalb vernetzen wir uns international“, geben sich Herr und Kühner kämpferisch und kündigen an politischen Druck aufzubauen, bis entsprechende Maßnahmen folgen. „Es braucht Maßnahmen im Verkehr. In Europa ist das Bahnsystem strukturell benachteiligt, so dass Zugfahren teuer ist und lange dauert. Natürlich fliegen Menschen da lieber mit dem Flugzeug. In anderen Teilen der Welt gibt es Systeme, wo die Bahn mit 350 km/h reisen kann. Das würde heißen, von Wien nach Berlin in nur 4 Stunden. Wir müssen investieren und Europa endlich auf Schiene bringen.“ so die Vorsitzenden unisono.

„Braunkohle ist der schmutzigste Energieträger und trotzdem kommen 20 Prozent des EU-Strommix aus der Braunkohle.“, betonen beide zum Schluss und stellen fest: „Es braucht so schnell wie möglich einen Umstieg. Das bedeutet keine weiteren Subventionen für fossile Energien.“

Quelle: OTS  Foto: Sozialistische Jugend Österreich - Radovan Baloun