Dialog Holzbau - Holzbau for Future

Dialog Holzbau - Holzbau for Future

Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber zeigte beim Dialog Holzbau genau vor, wie wir unsere Klimaziele erreichen können

Über Jahrzehnte steht die Erderwärmung durch menschenverursachtes CO2 nun schon im politischen und wissenschaftlichen Diskurs. Prof. Hans Joachim Schellnhuber war von Anfang an dabei und erklärte kürzlich beim Dialog Holzbau, warum das Erreichen der Klimaziele nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist. Außerdem teilte Architekt Ulf Rössler seine Erfahrungen beim Bau eines ganzen Stadtteiles aus Holz in München etwa 300 interessierten Teilnehmern mit. Veranstalter waren die Landesinnung Holzbau OÖ und proHolz OÖ. In Anschluss an die Vorträge diskutierte ein hochkarätiges Podium mit Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder, welchen Beitrag der Holzbau zur Lösung der Klimakrise leisten kann.

Können wir uns aus der Klimakrise herausbauen?
Schellnhuber, Gründer und langjähriger Leiter des Potsdam Institutes für Klimaforschung, ist Mitglied des Weltklimarates und Berater von vielen wichtigen Entscheidungsträgern. Mit Methoden der theoretischen Physik entwickelte er Ende der 1990er Jahre ein neues wissenschaftliches Feld: die Erdsystemanalyse. Dabei werden globale Umweltveränderungen beobachtet, analysiert und vorhergesagt, wobei die Interaktion zwischen Umwelt, Gesellschaft, Technologie und Wirtschaft berücksichtigt wird. So brachte Schellnhuber das Konzept der Kippelemente in die Klimaforschung ein. Unter anderem forderte er zeitnahe Maßnahmen zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels, vor allem durch die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energiequellen und das Ersetzen von endlichen Baustoffen durch Holz und nachwachsende Rohstoffe. „In der derzeitigen Lage könne es sogar besser sein, ein neues Haus aus Holz zu bauen, als ein bestehendes Haus zu sanieren und weiter zu nutzen. Denn durch den Holzbau würde zusätzliches CO2 der Atmosphäre entzogen und langfristig gebunden werden“, erklärte Schellnhuber.

Mega-Holzbau in der Praxis
In München wird aktuell ein Neubauquartier für über 4000 Menschen mit ca. 1800 Wohnungen und ergänzender Infrastruktur errichtet. Im südlichen Teil möchte die Stadt mit einer ökologischen Mustersiedlung mit 570 Wohnungen neue Maßstabe im Holzbau setzen. Als Teil dieses umfangreichen Gesamtprojekts realisiert das Büro von Architekt Rössler für die Baugemeinschaft „Der kleine Prinz“ derzeit einen Holz-Wohnbau mit 5 Geschossen. Beim Dialog Holzbau stellte er zudem die gesamt nachhaltige Neubauquartiersentwicklung vor.

Eine hochkarätige Diskussionsrunde setzte sich abschließend mit der Frage: „Welchen Beitrag leistet der Holzbau zum Klimaschutz?“ auseinander. Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder: „Wir müssen Gebäude und ihre Kosten über die Lebenszeit betrachten. Das müssen wir auch politisch verankern.“ Nachwachsende Baustoffe wie Holz sind auch wirtschaftlich klar im Vorteil. Als Experten brachten Heinz Plöderl, ZT-Kammer OÖ. und Sbg., und Holzbau-Meister Johannes Reisecker ihre Erfahrungen ein. Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben in den letzten Jahren auch gesellschaftlich einen Aufschwung erlebt. Der nachwachsende Baustoff Holz bietet dabei einen Ansatzpunkt, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, denn etwa 40 Prozent der direkten und indirekten CO2-Emissionen fallen im Gebäude- und Bausektor an. Längst ist klar, dass Effizienzsteigerungen in der Gebäudenutzung nicht ausreichen werden, um die in den Klimaschutzvereinbarungen festgeschriebenen Reduktionsziele zu erreichen. Deshalb spielt die Wahl der Baumaterialien eine immer wichtigere Rolle. In Gebäuden verbautes Holz ist ein Kohlenstoffspeicher und kann die CO2-Emissionen des Bausektors wesentlich senken. Über die temporäre Speicherwirkung hinaus ersetzt Holz endliche Ressourcen und spart zusätzliches CO2 ein.

Quelle: WKOÖ  //  Fotocredit: ©Eventfoto

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