Klimaschutzgruppen fordern LH Stelzer zum Handeln auf

Klimaschutzgruppen fordern LH Stelzer zum Handeln auf

Am Sonntag, 12. November, haben Aktivist:innen verschiedener Klimaschutzgruppen beim Landhaus ein Banner angebracht, um auf die Blockade des Landes OÖ bei der bundesweiten, verbindlichen Bodenschutz-Strategie aufmerksam zu machen

Vertreter:innen der Gruppen Parents For Future, Extinction Rebellion (XR), Letzte Generation und Klimavolksbegehren fordern stellvertrend für die Klima-Allianz OÖ - Netzwerk für ein klimaneutrale Oberösterreich, dass Landeshauptmann Thomas Stelzer umgehend die Blockade des Landes OÖ von wirksamen Bodenschutz sofort beendet.

Keine Zukunftsfrage brennt den Menschen so unter den Nägeln, wie der rasante Verlust von wertvollem Grünraum, Bäumen und Äckern und das ungebremste Zubetonieren unserer Heimat. Kurt Weinberger, Chef der Österreichischen Hagelversicherung, hat die dramatische Entwicklung mit konkreten Zahlen belegt: „In Österreich sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten 130.000 Hektar beste Böden durch Verbauung zerstört worden. 72.000 Hektar davon waren Äcker. Alleine damit können um 480.000 Menschen jährlich weniger ernähren. Hochgerechnet würde es in 200 Jahren keine Agrarflächen mehr geben, würde so weitergemacht wie bisher.“

Oberösterreich ist unrühmlicher Staatsmeister im Zubetonieren. Pro Kopf sind wir das Land mit dem größten Flächenfraß. In unserem Bundesland gehen laut WWF täglich 4,3 Hektar wertvolle Acker- und Grünflächen für die Landwirtschaft verloren. Die Hälfte davon verschwindet gänzlich unter Beton und Asphalt. Der Fall Ohlsdorf, wo 190.000 Quadratmeter Wald für ein millionenschweres Spekulationsgeschäft eines Bauunternehmers geopfert wurden, hat das Versagen der Raumordnung in Oberösterreich eindrucksvoll belegt. Supermärkte und Gewerbeparks an der Landesstraße und am Kreisverkehr sind die Ursache dafür, dass die Rollläden runtergehen, die Nahversorgung und die Wirtshäuser zusperren und die Ortskerne aussterben. Das ist längst bekannt und trotzdem dürfen Betriebe in Oberösterreich weiter ungebremst auf die grüne Wiese bauen. Für die dringend benötigten erneuerbaren Energien wie Agri-Photovoltaik, wo die Böden unversiegelt bleiben, und Windkraft werden hingegen viel strengere Maßstäbe angesetzt.

Klar ist: Ohne fixes Limit und ohne verbindliche Vorgaben ist der massive Flächenfraß nicht zu stoppen. Erstmals gibt es den Plan der Bundesregierung dem verantwortungslosen Zubetonieren einen Riegel vorzuschieben. Einige Bundesländer haben sich bereit erklärt, verbindliche Bodenschutzziele, wie maximal 2,5 Hektar Flächenverbrauch täglich, zu unterstützen. Doch in der heißen Phase der Verhandlungen wurde publik, dass das Land Oberösterreich in Person des Raumordnungslandesrates eine bundesweite Einigung mit hanebüchenen Argumenten torpedieren möchte.

In einem Land, in dem es enorme 11.200 Hektar gewidmetes, aber noch unbebautes Bauland gibt, versteht niemand, warum es nicht möglich sein soll, den jährlichen Flächenfraß gesetzlich zu begrenzen. Wir fordern den Landeshauptmann von Oberösterreich auf, in dieser entscheidenden Phase ein Machtwort zu sprechen, diese Zukunftsblockade zu stoppen und sich auf die Seite des wirksamen Bodenschutzes zu stellen.

Im Namen alle jener, denen eine lebenswerte Zukunft in Oberösterreich am Herzen liegt wendet sich die Klima-Allianz Oberösterreich daher heute mit einer Plakataktion vor dem Linzer Landhaus direkt an den Landeshauptmann:

„Der dramatische Bodenfraß in Oberösterreich lässt sich nicht länger schönreden. Wer als Landeshauptmann mit großem Stolz „Hoamatland, di han i so gern!“ singt, muss jetzt mit Nachdruck dafür sorgen, dass die Einzigartigkeit unserer Heimat auch wirksam geschützt wird.

Daher wenden wir uns mit 3 konkreten Forderungen an Landeshauptmann Thomas Stelzer:

  • Beenden Sie sofort Ihre Blockade des 2,5 Hektar-Maximums und werden Sie Teil einer politischen Allianz für wirksamen Bodenschutz.
  • Sorgen Sie in Oberösterreich endlich dafür, dass zuerst gewidmete und bebaute Flächen aktiviert werden, bevor weitere Wiesen und Äcker umgewidmet werden.
  • Erhalten Sie die Ernährungsfähigkeit unserer Heimat und sorgen Sie jetzt dafür, dass die fruchtbarsten Wiesen und Äcker dauerhaft vor Umwidmung und Verbauung geschützt werden.

Beton kann man nicht essen!

Herr Landeshauptmann, es ist jetzt Ihre Verantwortung dafür zu sorgen, dass Oberösterreich den Ruf als Betonland Nr.1 rasch los wird.

Die Zeit ist vorbei, in der sich die Bevölkerung mit leeren Versprechungen vertrösten lässt. Die Leute spüren, dass sich die Erde in einem dramatischen Tempo erhitzt. Jeden Tag, an dem nicht gehandelt wird, werden weitere Äcker, Wiesen und Wälder zubetoniert. Dadurch verlieren wir fruchtbares Ackerland, wichtige CO2-Speicher, Wasserspeicher und Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Handeln Sie jetzt!

 

Quelle: JW / Beton kann man nicht essen! – Klima-Allianz Oberösterreich (klimaallianz-ooe.at)

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